Apple Umweltschutz

Das iPad kommt in Deutschland etwas später als erwartet, aber es ist günstiger als vielfach vermutet. Verträgt sich der Preis auch hinsichtlich der der Verantwortung Apples bezüglich CSR (Corporate Social Responsibility)?

Wir wollen im ersten Post der Kategorie Umwelt einen Blick auf die Maßnahmen der Firma Apple im Umweltschutz werfen. In der technischen Beschreibung wirbt Apple für das iPad mit arsen- und quecksilberfreiem Display, bromfreien Flammschutzmitteln, dem Verzicht auf PVC und einem recyclebarem Gehäuse.

Damit steht das Produkt iPad im Vergleich zum unübersichtlichen, schnell beweglichen und von hartem Preiskampf bestimmten Markt der Note- und Netbook-Hersteller erstmal gut da. Der Verzicht im Produkt bedeutet auch, dass bereits die Herstellung und Förderung der bedenklichen Zusatz- und Rohstoffe entfällt. Anderseits sind bereits bei der Herstellung eines T-Shirts rund 10 Hersteller beteiligt, bei einem PC mit rund 500 Bauteilen sind es rund 100 Hersteller. Apple selbst weist aktuell 102 Lieferanten im Audit 2009 aus, freilich für den gesamten Produktbereich und ohne die Mehrzahl der Firmen konkret zu benennen.

Ich bin selbst vor einigen Jahren am hellichten Tag bei Sonnenschein durch das größte Industriegebiet Malaysias gefahren und mußte das Licht am PKW einschalten und gelegentlich den Scheibenwischer betätigen, um im Dunst verkehrstüchtig zu bleiben. Immerhin ist Umweltschutz in Malaysia, anders als in weiten Teilen Chinas, bereits ein politisches Thema und zeigt seit dem erhebliche Fortschritte. Wer prüft und verantwortet Umweltschutzmaßnahmen im Umfeld globaler Produktionen? Die Macht lokaler Regierungen ist in diesem Punkt ebenso eingeschränkt, wie die globaler Organisationen.

Die großen Marken müssen in der Verantwortung stehen. Apple selbst muß seinen Lieferanten hohe Umweltschutz-Standards setzen und diese überprüfen.

Die Betrachtung des Umweltschutzes eines Herstellers teilt sich in 5 Breiche: Umgang mit Wasser, Luft und festen Abfällen, dem Unfall- und Risikomanagement und der Einhaltung von Umweltzertifikaten und Umweltberichten. Wie ist der Stand der Apple-Lieferanten bezüglich des Umweltschutzes? Apple hat 2007 begonnen bei Lieferanten Audits auch bezüglich definierter Umweltschutzvorgaben durchzuführen. Anfangs waren es nur 39 Hersteller, 2008 dann 83 und im letzten Jahr 102. Laut Apple liegt die Einhaltung der Umweltschutzbedingungen bei 74 Prozent. Diese verteilen sich wie folgt:

Einhaltung von Umweltschutzbedingungen nach Bereichen

  • 70% beim Unfall- und Risikomanagement
  • 87% beim Abwasser und der Abwasserverwertung
  • 74% bei der Luftemissionen
  • 97% bei der Verwertung fester Abfälle
  • 56% bei Umweltberichten und Umweltzertifikaten

Die ersten Schritte sind gemacht. Positiv sei erwähnt, dass Apple sich seit 2007 sehr verstärkt im Umweltschutzbereich auch hinsichtlich seiner Lieferanten engagiert und diese auch veröffentlicht. Hat man sich Anfangs um Firmen aus dem Bereich der Endproduktion (OEM-Final Assembly Manufacturers) von Apple-Produkten gekümmert, sind mittlerweile auch die Komponententen-Hersteller sehr umfassend in der Begutachtung. Negativ sei erwähnt, dass die Definitionen der abverlangten Umweltschutz-Standards nur zum Teil transparent sind und das die Namen oder gar Details zu den Hersteller nicht offen gelegt werden.

Viele Hersteller haben sich im Bereich Umweltschutz nur sehr wenig bewegt. Es zählt immer zuerst der Preis und Marge. Das die Umwelt auch ihren Preis hat wird dabei schnell vergessen.

Auch der Verbraucher ist beim Umweltschutz gefordert: Durch die Auswahl seiner konsumierten Produkte und die nachhaltigen Umweltschutzforderungen an die Hersteller seiner Marken.

Quellen: Apple iPad Technik Details, Apple Supplier Responsibility 2010

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